Reparatur nach einer defekten
Zylinderkopfdichtung am Porsche 944 S2

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Der Anfang:
Da fuhr ich doch neulich so nichts ahnend abends auf der Autobahn (es war dunkel),
überholte ein Auto nach langer freier Fahrt ohne Verkehr und dachte mir beim Blick in den Rückspiegel, was macht die Nebelfahne hinter mir?????
Im gleichen Moment des Gedankens sprang mir auch schon die Temperaturanzeige in den Blick und
sekundenbruchteile später hatte ich zwei rote Lämpchen im Cockpit leuchten.....
Also SCH.... gedacht, rechts ran, Motor aus und erst mal schauen.
Haube auf, Blick in den Motorraum, nette Nebelwolke und viel Wasser.
Hmm, was ist denn das nu wieder????
Mal schnell die Schläuche nachgeschaut und siehe da, da ist doch glatt der Stutzen des Kühlwasserschlauchs an der Drosselklappe fliegen gegangen!
Nun ja, mal schnell wieder reingedrückt, mit nem Schnürsenkel gesichert, etwas abgewartet,
abkühlen lassen, und eine halbe Kiste stille Quelle in den Kühlkreislauf, die ich glücklicherweise gerade im Kofferaum hatte.
Also wieder rein in die Kiste und auf direktem Weg in meine Halle.
Dort Wasser wieder ablassen, Stutzen wieder einlaminieren, Wasser wieder rein, knappe Stunde, fertig!
Jetzt aber (mittlerweile 1.30 morgens) schnell nach Hause, man muss ja schließlich auch noch arbeiten.
Kurz vor dem Ziel, folgendes Bild, Temperatur steigt, rote Lampen, wie gehabt,
nur diesmal noch alle Schläuche dran!
Was denn jetzt schon wieder....
Naja jetzt auch egal, erst mal schlafen, den Rest regeln wir am nächsten Tag.
Also, geschlafen, gearbeitet, Auto in Halle geschleppt und dann schauen wir mal....
Kühlwasserbehälter aufgedreht und hui, hier stinkt es aber ganz gewaltig nach Abgasen, daß ist kein gutes Zeichen.
Also fehlendes Wasser ersetzt, Motor gestartet und siehe da, in Sekundenbruchteilen soviel Druck im Kühlsystem, das es fröhlich aus dem Ausgleichsbehälter gluckert!
Also gut, das wird eine längere Aktion.
Einschätzung: wenn es gut gegangen ist, ist es die Kopfdichtung und ansonsten wird es richtig teuer!
Naja, immerhin auch ein guter Anlass um die Ventilschaftdichtungen zu tauschen.... ;-))

Ausbau
Ja nun geht die ganze Geschichte weiter... also angefangen den Motor zu zerlegen,
    
Hosenrohr ab,
Ansaugbrücke ab,
Wasserschläuche ab,
Abgaskrümmer ab,
Ventildeckel ab,
Nockenwellenrad ab, vorher mit drei Schrauben Position gesichert,
Kettenspanner ausgebaut,
Nockenwellen ausgebaut,
6 der super beschi..enen Schrauben zersemmelt, Kopf rund und dann Spass gehabt beim Lösen, arggg...., Nockenwellen raus,

Kopfmuttern lösen,
Kopf lösen und abnehmen
und siehe da, dieses komische zerfledderte etwas war wohl mal eine Zylinderkopfdichtung....

sowas habe ich wirklich noch bei keinem Auto gesehen, total aufgeweicht und aufgequollen, nun ja, schaun wir halt mal.
Also erst mal die Laufflächen der Zylinder angeschaut und sieht gut aus!

Keine Risse in den Laufflächen, nur sehr sehr geringe Abnutzungen.
Nebenbei bemerkt, wer schon mal die Hydrolager gewechselt hat weiß, wie super man an die Verschraubungen heran kommt.
Mit abgebautem Kopf und der entsprechenden abgebauten Peripherie muss es ein Traum sein die Lager zu wechseln...
Nun ja, aber wieder zurück zum Kopf, Hydrostössel entnommen und Kopf erst einmal herum gedreht und siehe da, keine Risse - PUH Glück gehabt.
Dann anschliessend die Ventile ausgebaut - macht bei 16 Stück nicht wirklich Spaß

- die Federn raus, sowie die Unterlagen und dann ist der Kopf quasi leer.
Der Kopf ist dann heute zum Vermessen und Planen und reinigen in einen Spezialbetrieb gegangen,
Kostenpunkt 65 EUR + MwSt.
Kommt morgen wieder zurück und mit ein bischen Glück ist auch morgen der Zylinderkopfdichtsatz und die neuen Schrauben für die Nockenwellenlager da und dann kann es wieder an den Zusammenbau gehen!

Und hier noch ein kleines Goodie:
Zwei Bilder meines gestern Abend kurzfristig selbstgebauten Ventilfederdrückers
(Not macht erfinderisch), funktioniert übrigens perfekt


Hier kann man sehen, daß am 3. Zylinder am Ölstutzen keine Ölleitung liegt,
sondern am hinteren Ende des Zylinderkopfes und die Ölrücklaufkanäle an der Auslassseite verteilt sind.


Zusammenbau
Heute kippe ich meine Kisten wieder in den Motorraum, der Kopf ist wieder da,
schön geplant um 0,25 mm.
Ich habe gerade zunächst mal die Ventile eingeschliffen:
Hier zunächst mein geplanter Kopf (also der meines S2 natürlich;-)):


Zunächst ging es dann mit der Vorschleifpaste dem groben Dreck zu Leibe:


Zum Schleifen selber gibt es dieses tolle und doch so primitive Werkzeug:


Und so sieht es am Ende aus:

Hier kann man übrigens deutlich den Unterschied zwischen eingeschliffen (unten)
und nicht eingeschliffen (oben) erkennen.


Die Paste ist Ventileinschleifpaste von Carloform.
Das Werkzeug ist der Hazet 795-2 Ventileinschleifer,
sozusagen ein Gummisaugnapf mit Holzstab zum Drehen.

Bin heute leider nicht so richtig voran gekommen,
ich habe nämlich lediglich die beiden neuen Motorlager eingebaut,
die Alten waren beide bis auf 62/63 mm runter.

O.k. nun geht es weiter.
Ich habe also gestern die Ventilschaftdichtungen,
sowie die Ventile und die Hydrostössel wieder in den Kopf eingebaut.

Der montagefertige Kopf
   

Hier mal eine Detailaufnahme

Die Zange von Hazet zum Ausziehen der Ventilschaftabdichtungen braucht man nicht Zwangsweise,
eine lange Spitzzange geht auch, die Zange habe ich aber, ebenso wie das Eindrückwerkzeug.
Wenn man das Ventil durchschiebt braucht dies einen "Verhueterli"
um die scharfen Kanten der Keilfuehrung abzudecken.
Die Verhüterlis werden ja üblichwerweise mit den Schaftdichtungen mitgeliefert,
von daher kein Problem.


Die neue Zylinderkopfdichtung in Erwartungshaltung


Der Kopf ist aufgesetzt
   

Und von der anderen Seite



Die Nockenwellen sind montiert
 
   

Die Nockenwellen mit neuer Kette
und neuer Gleitschiene



Der Riementrieb ist montiert
 
   

Das ist der aktuelle Stand der Dinge für Heute


Eigentlich wollte ich ja heute mit den anderen zum Ring fahren,
aber dann kam es doch anders....
Beim Anlassen des Autos heute morgen dachte ich mir schon:
"ist irgendwie ziemlich laut...."
und nach ca. 1 km wurde es dann richtig laut -
Nun ja, beim nächsten mal drehe ich dann halt auch die Schrauben am Hosenrohr vernünftig fest.....

Nichts desto trotz nu isser wieder fit und hier gibt es noch ein paar Bilder in der Totalen,
nachdem er aus eigener Kraft die Halle wieder verlassene hatte!
Leider sind die Bilder etwas verwackelt, aber es war schon leicht dunkel....
  
  
Daten zum Fahrzeug

Fragen, Antworten und mehr zu diesem Bericht im PFF

Herzlichen Dank an Stefan für den Beitrag und die Fotos!!!

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Hinweis:
Es wird keine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten und Angaben übernommen.
Es wird keine Haftung für evtl. auftretende Schäden oder Unfälle übernommen.
Ihr habt alle Reparaturen, Messungen und Umbauten die Ihr vornehmt selbst zu verantworten.
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